Wer ist der PIANO MAN?
Referenzen
Verschenken Sie mich!
Privatfeiern
Hochzeiten
Rahmenbedingungen
"Flügel" Auf- und Abbau
Für Ihre Werbung
Buch/eBook bestellen
Inhalt
Leserstimmen
Lesung & Konzert
Musik daraus
Apokryphen
Was fällt Dir ein?
Sandra Cazzato - 2016
Live mp3-CD 2016
"Kunst oder Kekse" 2014
Memory Lane Bonus Tracks
"Memory Lane" CD 2010
Songs @ Home CD 2009
5 Live CDs 2004 - 2008
Elton, Billy & I - CD 2001
The FAR DWOOOFS 2000
KEYS īNī STRINGS 1998
STRINGS īNī KEYS 1995
THE PIANO MAN ab 1995
Best Of CD 1985-93
At The Broke - MC 1992
Godīs World - MC 1992
Yet Undone? - MC 1989
Lots Of Fun - MC 1988
Until Now - MC 1986
MASK 4 FUN 1985-88
FANCY LIFE 1983-84
Klavierschüler 1972-82
Pressefotos
Konzertfotos
Viel Spass auf meiner Homepage!

Den Herbst/Winter hindurch veröffentliche ich hier jeden Mittwoch fortlaufend mein Buch
"Kunst oder Kekse". Seite 1 bis 15:



Klaus Porath

Kunst oder Kekse

Die Geschichte(n) eines anonymen Musikers.


„Kann man davon leben?“
Klaus Porath, Jg. 1966, hat seinen Traum wahr gemacht: Er ist seit 20 Jahren Berufsmusiker! Und das ohne „Jodeldiplom“ (© Loriot, gemeint: Abschluss an einer Musikhochschule) oder jemals einen 63. Platz in der Hitparade belegt zu haben. Auf ihn und seinesgleichen treffen wir – ob wir wollen oder nicht – in schummrigen Kneipen oder auf Tante Heidis 60. Geburtstag. Denn dort verdienen Berufsmusiker wie er ihr Geld! Durch dieses Buch erfährt die Weltöffentlichkeit zum allerersten Mal, was diese Menschen am Tag tun (schlafen und Veranstaltern hinterhertelefonieren), was sie aus dem bürgerlichen Leben riss und in die Fänge der Musik trieb. Sie erfahren, wie man zum unbekannten Popmusiker wird. Und wie man es bleibt: Noch mehr Veranstaltern hinterhertelefonieren...

Da das Schreiben dieses Buches länger gedauert hat als erwartet, kann ich Ihnen mitteilen, dass der Anlass, meine Geschichte(n) davor noch schnell zu Papier zu bringen, nämlich der versprochene Weltuntergang am 21. Dezember 2012, ausgeblieben ist. Die Erde trudelt immer noch durchs All und ich als „Piano Man“ mit meinem mittlerweile bezahlten „Flügel“ durch Deutschland. Aber ich will mich nicht beklagen, denn ich werde von allen meinen Kollegen stets nur gelobt. Die Pianisten sagen: „Klaus, du singst sehr schön!“ und die Sänger: „Du spielst sehr schön Klavier!“. Ich hoffe, dass jetzt alle sagen: „Du hast ein schönes Buch darüber geschrieben.“

Dieses Buch soll ein Sprachrohr für meine Kollegen und Leidensgenossen sein:

Urban Beach, Georgie Carbutler, Joshua Carson, Joe Green, Peter Groß, Thomas Kümper, Gabi Liedtke, Thomas Melzer, Frank Plagge, Georg Schroeter und all die anderen.

Ihr habt bestimmt Ähnliches erlebt!

„Mucker sind Männer, auf die ist Verlass! Ich muss abliefern, du musst abliefern, alle müssen abliefern.

Manchmal ist das schön, manchmal ist das nicht so schön.Aber am Ende fragt man sich doch nur, ob du geil abgeliefert hast.“ aus „Fleisch ist mein Gemüse“ von Heinz Strunk

„Ob man es nun mag oder nicht. Man muss sich irgendwann erinnern.“ Kirk Douglas im Film „Erinnerungen einer Liebe“.

„Ein Scherz, ein lachend Wort entscheiden oft die größten Sachen treffender und besser als Ernst und Schärfe.“ Quintus Horatius Flaccus Horaz

„Aber ich darf sie nicht ausschmücken... erzählt man zu viel, läuft man Gefahr... eine Vergangenheit zu erzählen, die man sich gewünscht hätte.“ Aus „Wahn“ von Steven King.

„Vieles in diesem Buch ist so obskur, dass es einfach wahr sein muss!“ Einem imaginären Leser in den Mund gelegt.

„Eines Tages, Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die für immer unsre sind.“ Julia Engelmann, 5. Bielefelder Hörsaal-Slam 2013.

EINLEITUNG

25. Juni 1973, Zeugnisausgabe:
Versetzt nach Klasse 2.
„Klaus’ Humor und Einfallsreichtum
machen ihn in der Gemeinschaft beliebt...“

1. Juni 1976:
Versetzt nach Klasse 5.
„Klaus arbeitet meist aktiv im Unterricht mit...
Er ist eigenwillig und bevorzugt eigene Wege.“

13. August 2011:
Ich bin in Tönning, und es ist vier Uhr morgens.
Um diese Zeit ist man als Musiker nach einem Konzert hellwach. Und weil niemand da ist, dem ich etwas erzählen könnte, fange ich an, mein Buch zu schreiben.
Gestern bin ich in Husum aufgetreten und morgen werde ich in St. Peter Ording spielen. Das gibt mir einen Tag Pause und genug Muße, einmal ganz von vorne zu beginnen…

Warum jetzt dieses Buch?
Der Maya-Kalender endet am 21.12.2012. Darum halte ich es für sinnvoll, vor dem versprochenen Weltuntergang schnell noch zum allerersten Mal der Menschheit eine bislang unerforschte Spezies, nämlich den anonymen Musiker, ans Herz zu legen. Anonym ist er im Sinne von: „Unbekannt aus Funk und Fernsehen.“ Aber auch im Sinne von: „Mein Name ist Klaus, ich habe ein Musikproblem.“ Wer weiß, vielleicht katapultiert mich dieser literarische Erguss heraus aus dem Kreise der anonymen Musiker? Billy Joel meint, man ist entweder Musiker oder man ist es nicht. Kein Mensch kann sich das selbst aussuchen. Vielleicht lindert diese Aussage die Enttäuschung meiner Eltern, dass ich nicht Arzt oder Lehrer geworden bin. Ich weiß nur, es ist nicht leicht, ein Musiker zu sein! Die allgemeine Vermutung, wir schwebten (auch ohne Drogen) ständig entrückt in höheren Sphären trifft nämlich nicht zu. Wir kennen unseren Kontostand! Sie merken, Sie haben ein ernstes Buch gekauft.

Die Rechtsanwaltskanzlei Ludewig-Busch-Gloe in Bad Schwartau hat mich bisher immer mit Erfolg vertreten. Dennoch nenne ich bis auf wenige Ausnahmen, und das war die erste, keine wahren Namen und Orte. Aber es ist nichts erfunden! So viel Phantasie besitze ich nicht.

In der Nacht, als Barack Obama zum Präsidenten der U.S.A. gewählt wurde, hatte ich ein mediales „Aha-Erlebnis“, was die Preisgabe von Details aus dem Privatleben betrifft. Auf dem Facebook-Account des mächtigsten Mannes der Welt in spe wurden uns Fotos gezeigt, auf denen er, im Kreise seiner Familie auf einem verschlissenen Sofa sitzend, gebannt den Ausgang seiner Wahl verfolgt. War dem Fotografen entgangen, dass die besten Tage dieses Sitzmöbels längst vorbei waren? Wieso werden wir Normalsterbliche ständig davor gewarnt, zum Beispiel im Internet nicht zu viel Intimes von uns preiszugeben? Die Antwort lautet: Weil man ein gutes Händchen für Öffentlichkeitsarbeit (neudeutsch PR, „Public Relations“) braucht, um in kein Fettnäpfchen zu treten! Von einer Entgleisung mit Totalschaden auf diesem Gebiet berichtet das Kapitel „Stilvolle Kommunikation mit der besseren Hälfte der Menschheit“.

Mein Buch ist hoffentlich genauso perfekt inszeniert wie die Fotos von Barack Obama, deren geheime Botschaft lautete: „Ich bin einer von Euch, unsere Sofas könnten Brüder sein.“ „Alles richtig gemacht!“, würde mein Freund Frank das knapp und anerkennend kommentieren. (Er ist Fußballtrainer.)

Wen möchte ich nun in diesem Buch in Szene setzen? Den Menschen hinter dem Klavier und dem Slogan:

Ein musikalisches Kraftwerk rollt durch die Lande –
Ein Sänger und sein „Flügel“ touren quer durch Norddeutschland.
Ihr Ziel: Ein Abend voller Hits und guter Laune!

Um das zu bewerkstelligen, habe ich mich für einen Dreisprung entschieden, wobei ich hoffentlich am Ende nicht auf dem Hintern landen werde. Als Anlauf dienen ein paar weitere Vorreden, in denen wir hoffentlich miteinander warm werden und Sie sich an meinen Humor gewöhnen.

Teil I ist so etwas wie eine Biographie, in der hauptsächlich die Schlüsselmomente aufblitzen, die meinen Weg als Musiker geprägt haben. Teil II ist mit den schönsten Pannen aus ca. 2.000 Auftritten als „Piano Man“ wahrscheinlich der unterhaltsamste. So werden die meisten mich kennen!

Bis dieses Buch ein Bestseller geworden ist und ich von Hamburg-Schnelsen auf die Balearen umgesiedelt bin, werden Sie mich zwangsläufig weiter so erleben. Denn ich habe keinen richtigen Beruf erlernt. Im dritten Teil, quasi der Kür, philosophiere ich ungebremst über alles, was mir wichtig erscheint. Zum Beispiel über Fußball und andere Dinge, von denen ich keine Ahnung habe.

Was darf man schreiben?
Als ich mit dem Schreiben anfing, stieß ich sehr bald auf ein Problem:Es verlockt dazu, andere Menschen „in die Pfanne zu hauen“. Da ich ein netter Mensch bin und öffentliches „Schmutzige-Wäsche-waschen“ nicht unterhaltsam ist, löschte ich ganze Absätze schnell wieder. Das andere Extrem, also so zu tun, als wäre alles immer Friede, Freude, Eierkuchen gewesen, wäre unwahr und – langweilig! Dieses Buch wäre nie entstanden, wenn bei mir bereits die Altersmilde eingesetzt und alles vernebelt hätte. Also entschied ich mich, ein ehrliches, informatives, unterhaltsames und lustiges Buch zu schreiben. Kein vollständiges, denn erstens kann man 48 Lebensjahre nicht auf 323 Seiten komprimieren und, wie im Vorwort erwähnt, gehört auch nicht alles an die Öffentlichkeit.

Da wir nur Geschichten unterhaltsam finden, in denen Spannungen zwischen Menschen auftreten, werden einige Betroffene nicht mit allem glücklich sein, was sie hier über sich selbst lesen. Ihnen sei versichert, dass jede zur aufrichtigen Schilderung notwendige Provokation sorgfältig von mir abgewogen wurde. Besonders freut es mich, dass sie garantiert an anderer Stelle überraschend Positives über sich lesen werden! Das zeigt mein Bestreben, der Wahrheit möglichst nahe zu kommen. Jedenfalls so, wie ich sie erlebt habe. Also, liebe Zeitzeugen, bitte legt dieses Buch nicht vorzeitig verärgert aus der Hand. Ihr könntet sonst etwas verpassen!

Wer meint, ich wäre in meinen Kindheitserinnerungen zu „intim“ geworden, sollte unbedingt die Lektüre des 2011 erschienenen Bestsellers „Lehrerkind, lebenslänglich Pausenhof“ von Bastian Bielendorfer meiden. Wer einige meiner Geschichten als zu heftig für die Öffentlichkeit empfindet, dem sei versichert, dass ich die wirklich schlimmen Begebenheiten weggelassen habe. Das rechtfertigt in meinen Augen die grenzwertigen Schilderungen aus meiner Kindheit. Was Bastian Bielendorfer lustig schildert, ist in meinen Augen Kindesmissbrauch. Dennoch sitzt sein Vater heute in seinen Lesungen! Ich habe den jungen Erfolgsautor angeschrieben und gefragt, wie das möglich ist. Seine Antwort lautete: „Hallo Klaus, meine Alten verknusen das ganz gut, ich habe meinen Humor ja von ihnen geerbt.“

Bei meinen Erzeugern sieht das leider anders aus. Das einzig Humorvolle in unserer Familie waren ein paar Schallplatten von Otto Waalkes. Meine Eltern sind beide Akademiker und halten sich, wie ich befürchte, noch immer, ohne rot zu werden, für perfekte Vorbilder in allen Belangen des Lebens. Ihre rückblickende Beteuerung, in meiner Erziehung und der meiner Schwester „nie einen Fehler gemacht zu haben“, war leider nicht ironisch gemeint. Sie läutete vor etlichen Jahren das Ende unserer Beziehung ein. Insofern bereitet es mir keinerlei Gewissensbisse, diese Überheblichkeit gebührend aufs Korn zu nehmen. Enterbt bin ich sowieso schon.

Wenn ich nicht über die Welt, die Musik und mich immer schon lange und intensiv nachgedacht hätte, könnte ich heute kein Buch schreiben. Die Mutter meiner ersten Freundin stellte Mitte der 80er Jahre fest, dass es in meinem Kopf sofort anfängt zu rotieren, sobald man mir etwas erzählt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich kann und will das auch gar nicht abstellen. Ich muss einfach immer wissen, was Sache ist! Außerdem haben sich dankenswerterweise einige Leute durch das Manuskript gequält, bevor die Druckerpresse angeworfen wurde. Deshalb halte ich es für ausgeschlossen, dass an irgendeiner Stelle kompletter Unsinn steht. In der Mitte zwischen Weichspülgang und Rechthaberei war es mein Ziel, die Dinge – von allen Seiten bedacht und nie ohne die nötige Prise Humor – auf den Punkt zu bringen.

Als Letztes noch ein warnendes Wort an alle Nachwuchsautoren: Sollte mein Buch Erfolg haben, bitte ich um Vorsicht vor unreflektierter Nachahmung! Als grobe Richtschnur möchte ich jedem, der einen Job anpeilt, bei dem er Schlips und Kragen tragen muss, dringend abraten, ein Buch wie dieses zu schreiben. Als Musiker (ich vermeide gerne das Wort Künstler) ist man, darf man, ja muss man etwas durchgeknallt sein. Ich denke, man erwartet das von uns sogar. Das ist eine der wenigen Erwartungen anderer an mich, die ich gerne erfülle. Man kann mir vieles vorwerfen, aber auf keinen Fall, normal zu sein. Wie langweilig wäre das denn auch!



Fortsetzung nächsten Mittwoch oder H I E R (anklicken).



Seitenaufrufe heute: 1 - gesamt: 5697.



Printable version